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Selbsttest · GEO

Wird Ihr Betrieb von ChatGPT empfohlen? So finden Sie es heraus

GEO23. Juli 20267 Minuten Lesezeit

Sie können in fünf Minuten selbst prüfen, ob KI-Systeme Ihren Betrieb kennen: Stellen Sie ChatGPT, Gemini und Perplexity die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden — und schauen Sie, wer genannt wird. Wenn dort der Mitbewerber steht und Sie nicht, liegt das selten an der Größe Ihres Unternehmens. Meist fehlen drei Dinge: eindeutige Angaben über Ihren Betrieb, Bestätigung durch unabhängige Quellen und Inhalte, die eine Maschine zitieren kann.

Immer mehr Menschen stellen ihre Frage nicht mehr bei Google, sondern direkt in einem KI-System. Sie bekommen keine Linkliste, sondern eine Empfehlung. Ob Sie darin vorkommen, entscheidet sich nach anderen Regeln als beim Google-Ranking.

Der Selbsttest in fünf Minuten

Öffnen Sie ChatGPT und stellen Sie nacheinander diese Fragen — angepasst auf Ihre Leistung und Ihre Region:

  1. „Wer bietet [Ihre Leistung] in [Ihre Stadt]?"
  2. „Ich suche einen guten [Ihr Gewerbe] in [Ihre Region]. Wen können Sie empfehlen?"
  3. „Was kostet [Ihre typische Leistung] in Österreich?"
  4. „Worauf sollte ich bei der Auswahl eines [Ihr Gewerbe] achten?"
  5. „[Ihr Firmenname] — was macht dieses Unternehmen?"

Wiederholen Sie das in Google Gemini und Perplexity. Notieren Sie jeweils: Werden Sie genannt? Wie werden Sie beschrieben — stimmt es? Wer wird stattdessen genannt?

Frage 5 ist die aufschlussreichste. Wenn das System Ihren Betrieb nicht kennt oder falsch beschreibt, haben Sie ein Entitätsproblem — und das ist die Grundlage für alles andere.

Ein Hinweis zur Methode: Antworten schwanken. Dieselbe Frage kann zweimal unterschiedlich beantwortet werden, und personalisierte Verläufe verfälschen das Bild. Nutzen Sie ein neues Chatfenster ohne Vorgeschichte, und testen Sie jede Frage zweimal.

Warum wird der Mitbewerber genannt und Sie nicht?

Vier Gründe erklären die meisten Fälle.

Ihre Angaben sind uneinheitlich. Firmenname, Adresse und Leistungsbeschreibung stehen im Kammerverzeichnis anders als auf der Website, im Google-Profil wieder anders. KI-Systeme gewichten Übereinstimmung über Quellen hinweg. Widersprüche führen dazu, dass gar nichts als gesichert gilt.

Es gibt Sie nur auf Ihrer eigenen Website. Das ist der häufigste Fall — und der folgenreichste. Auswertungen der Marken-Erwähnungen in der KI-Suche zeigen: Rund 85 Prozent stammen von fremden Seiten, nur etwa 13 Prozent von der eigenen Domain. Knapp die Hälfte aller Zitationen kommt sogar aus Community-Plattformen wie Reddit und YouTube.

Wer sonst nirgends auftaucht — kein Kammerprofil, keine Branchenverzeichnisse, keine Erwähnung in Fachmedien — hat aus Sicht des Systems keine unabhängige Bestätigung. Und Ihre eigene Website ist über Sie die parteiischste aller Quellen.

Ihre Inhalte sind nicht zitierfähig. Ein Text, der über drei Absätze zur Aussage kommt, wird nicht extrahiert. Eine klare Frage mit einer klaren Antwort darunter schon.

Der Mitbewerber ist in einem Verzeichnis, das Sie nicht kennen. Regionale Portale, Branchenlisten und Vergleichsübersichten tauchen in KI-Antworten überproportional oft auf. Fragen Sie das System ruhig direkt: „Woher stammt diese Empfehlung?" Die genannten Quellen sind Ihre Arbeitsliste.

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Warum einmal testen nicht reicht

Eine Eigenheit, die viele überrascht: KI-Sichtbarkeit ist flüchtig. Nur rund 30 Prozent der Marken bleiben zwischen zwei aufeinanderfolgenden Antworten sichtbar. Die Antwort wird bei jedem Durchlauf neu gebaut.

Über mehrere Läufe hinweg wird die Luft schnell dünn. Von den Marken, die nur zitiert werden, sind nach fünf Durchläufen noch rund 9 Prozent präsent. Bei Marken, die zitiert und namentlich erwähnt werden, sind es rund 21 Prozent — dieses Doppelsignal erhöht die Wahrscheinlichkeit, wieder aufzutauchen, um etwa 40 Prozent.

Praktisch heißt das: Ein einzelner Screenshot beweist nichts. Wer belastbar wissen will, wo er steht, braucht rund zehn Durchläufe je Frage.

Wie relevant ist das heute wirklich?

Ehrlich eingeordnet: Der Anteil am Gesamt-Traffic ist noch klein, wächst aber schnell. Wichtiger ist, was die Menschen danach tun.

Nach einer US-Befragung unter 1.600 KI-Nutzern trafen rund 80 Prozent der Käufer mindestens die halbe Kaufentscheidung bereits im KI-Gespräch — und gut 78 Prozent gingen danach trotzdem zu Google, Amazon, direkt zur Marke oder in den Laden. Etwa 37 Prozent starten ihre Suche in einer KI, rund 85 Prozent gleichen vor dem Kauf noch klassisch ab.

Das ist die eigentliche Nachricht: Die Entscheidung fällt zunehmend in der KI, gekauft wird woanders. Ihre Analytics schreibt den Abschluss deshalb „Google organic" oder „direct" gut. Die KI bekommt nie die Gutschrift — auch dann nicht, wenn sie die Entscheidung geprägt hat.

Für einen Betrieb mit überschaubaren Besucherzahlen heißt das: Es geht nicht um Traffic-Masse, sondern darum, in genau den wenigen Antworten vorzukommen, in denen die Auswahl getroffen wird.

Die ersten drei Schritte

1. Angaben vereinheitlichen. Firmenname, Adresse, Leistungsbeschreibung und Ansprechperson überall identisch — Website, Impressum, Kammerprofil, Google Business Profile, Branchenverzeichnisse. Alte Seiten mit veralteten Angaben abschalten oder weiterleiten.

2. Die häufigsten Kundenfragen beantworten. Für jede Frage, die Ihre Kunden vor dem Auftrag stellen, ein Abschnitt auf Ihrer Website: Frage als Überschrift, Antwort in zwei bis drei Sätzen direkt darunter, eigenständig verständlich. Das ist gleichzeitig gutes SEO und der stärkste GEO-Hebel.

3. Unabhängige Erwähnungen aufbauen. Kammerprofil vervollständigen, in relevante Branchenverzeichnisse eintragen, Fachbeitrag oder Vortrag mit eigener Seite. Drei unabhängige Quellen wirken mehr als dreißig Unterseiten auf der eigenen Domain.

Häufige Fragen

Kann ich erzwingen, dass ChatGPT mein Unternehmen empfiehlt? Nein. Niemand kann eine Nennung garantieren, und wer das verspricht, verkauft etwas, das er nicht kontrolliert. Sie können nur die Voraussetzungen schaffen: eindeutige Angaben, unabhängige Bestätigung, zitierfähige Inhalte.

Warum beschreibt ChatGPT meinen Betrieb falsch? Meist, weil widersprüchliche oder veraltete Informationen im Umlauf sind — etwa eine alte Website, ein nicht aktualisiertes Verzeichnis oder eine frühere Firmierung. Der erste Schritt ist immer, die Quellen zu bereinigen, nicht neue Inhalte zu produzieren.

Muss ich in allen KI-Systemen vorkommen? Sinnvoll ist es, sich nicht auf eines zu verlassen. ChatGPT ist nach allen vorliegenden Erhebungen die wichtigste Plattform, die Studien weichen bei seinem genauen Anteil aber stark voneinander ab, und Gemini wie Claude haben zuletzt deutlich zugelegt. Die Grundlagen wirken ohnehin auf alle Systeme gleichzeitig.

Wie oft sollte ich das prüfen? Monatlich mit denselben Fragen. Nur so erkennen Sie Veränderungen — einzelne Abfragen schwanken zu stark für eine belastbare Aussage.

Ist das nicht dasselbe wie SEO? Die Grundlagen überschneiden sich stark. Der Unterschied liegt in der Gewichtung: Für KI-Antworten zählen Eindeutigkeit der Unternehmensdaten und Bestätigung durch Dritte mehr als klassische Ranking-Faktoren. Mehr dazu in GEO vs. SEO — und im Überblick Was GEO ist.

Ihr nächster Schritt

Machen Sie den Selbsttest. Fünf Fragen, zwei Systeme, zehn Minuten. Wenn das Ergebnis Sie überrascht, wissen Sie, woran Sie sind — und wenn nicht, haben Sie eine Bestätigung, die nichts gekostet hat.

Wenn Sie es strukturiert wollen: Unser GEO-Report testet 20 bis 30 Fragen über die wichtigsten Systeme, dokumentiert die Antworten und liefert eine priorisierte Maßnahmenliste. Für lokal tätige Betriebe lohnt zusätzlich der Blick auf GEO für lokale Betriebe.

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Juli 2026. Datengrundlage: Auswertungen von AirOps (State of AI Search 2026, Offsite Signals Report), Peec AI (Citations & Mentions Report) sowie Profound (AI Search Shopping Journey 2025, US-Befragung mit Selbstauskunft, n = 1.600). Für den deutschsprachigen Raum ist dieselbe Richtung, aber ein niedrigeres Nutzungsniveau zu erwarten. Alle Werte sind Größenordnungen.

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